Rituale statt Diskussionen
Gleiche Zeit, gleicher Ablauf, gleiches Lied. Oder eine Sanduhr, die die Putzzeit „besitzt“.

Kaum ein Thema begleitet Eltern so verlässlich durch den Tag wie das Zähneputzen. Hier bekommst du die wichtigsten Antworten: ab wann geputzt wird, wie lange du nachputzen solltest, welche Bürste und welche Zahnpasta passen.
Für Kinderhände hat sich die KAI-Methode bewährt, jedes Mal in derselben Reihenfolge, damit jede Fläche drankommt:
Hin und her bürsten.
In kleinen Kreisen, Zahn für Zahn.
Von Rot nach Weiß auskehren.
Beim Nachputzen gehst du am besten systematisch einmal durch den ganzen Mund, gründlich an den Backenzähnen ganz hinten, dort sammelt sich am meisten. Ab dem Schulalter kommt ein Zahn dazu, der leicht übersehen wird, der neue „Sechser“ hinter den Milchzähnen.
Kinder wollen früh selbst putzen, und das darf ruhig so sein. Die Feinmotorik für wirklich gründliches Putzen kommt allerdings spät. Als Faustregel gilt, dass Eltern nachputzen sollten, bis das Kind flüssig schreiben kann, also meist bis ins Volksschulalter. Bis dahin putzt dein Kind vor, du putzt nach. Jeden Abend.
Milchzähne & ZahnwechselDrei Fragen hören wir dazu oft, und die Antworten sind einfacher, als der Regalmeter in der Drogerie vermuten lässt.
Weiche Borsten, kleiner Bürstenkopf, ein griffiger Stiel. Und regelmäßig wechseln, spätestens wenn die Borsten struppig werden.
Beides kann gründlich sein. Wichtiger als die Technik-Frage ist, dass täglich und systematisch geputzt wird und dass du nachputzt.
Eine fluoridhaltige Kinderzahnpasta, altersgerecht dosiert. Welche Menge und welche Konzentration zu welchem Alter passt, besprechen wir gern persönlich mit dir. Die Empfehlung hängt auch davon ab, was dein Kind sonst an Fluorid bekommt.
Fast jedes Kind streikt irgendwann, das ist normal und geht vorbei. Was hilft:
Gleiche Zeit, gleicher Ablauf, gleiches Lied. Oder eine Sanduhr, die die Putzzeit „besitzt“.
Du putzt deine Zähne, dein Kind seine. Nachahmen wirkt besser als Ermahnen.
„Bakterien verjagen“, ein Zahnputzlied, die Bürstenfarbe selbst aussuchen dürfen. Bei uns in der Ordination steht übrigens Willi Waschbär in Lebensgröße, und beim Termin üben wir das Putzen gemeinsam mit ihm.
Ein verpatzter Abend darf passieren. Was zählt, ist Dranbleiben.
Als Orientierung: etwa zwei bis drei Minuten. Wichtiger als die Stoppuhr ist, dass alle Flächen drankommen. Dafür sorgen die feste KAI-Reihenfolge und dein Nachputzen.
Beim Termin üben wir das Putzen gemeinsam mit deinem Kind, in seinem Tempo.